Archiv der Kategorie Workshops

Im Schatten des Bösen - Der Krieg gegen die Frauen im Kongo

im-schatten.jpg Stichworte: Kongo, Vergewaltigungen

von Susanne Babila, DVD, BETA-SP, DigiBETA, Deutschland 2008, 58 min.  Ausgezeichnet mit dem 5. Marler Fernsehpreis.  

Im Mittelpunkt der Dokumentation steht das Schicksal von vier Frauen, die im Krankenhaus Panzi medizinische und psychologische Hilfe erhalten. Ndamosu Mrquote Buefuh ist 70 Jahre alt. Sie wurde mehrmals vergewaltigt, Milizen haben ihren Ehemann und ihre fünf Kinder ermordet. Die 30jährige Ntakobajira Mrquote Bisimwa wurde als Sexsklavin in einem Rebellenlager gefangen gehalten. Die achtzehnjähirge Noella Mrquote Mburugu musste diese erniedrigende Tortur drei Jahre lang aushalten. Sie gebar dort einen Sohn und nannte ihn “Amani”, was soviel bedeutet wie “Frieden”. Ihre Peiniger entrissen ihr das Kind und jagten sie fort, denn sie wurde krank, konnte nicht mehr arbeiten.
Die Täter der Vergewaltigungen in Süd-Kivu sind vor allem Hutu-Milizen, die 1994 nach dem Völkermord in Ruanda im Nachbarland Kongo Zuflucht suchten. Sie sind gut bewaffnet und beuten die Rohstoffe aus, die das Land bietet. Die Provinz ist reich an Gold, an dem Zinnerz Kasserit und an Coltan, das für die Herstellung von Laptops und Handys verwendet. Die Verbrecher verbreiten Terror und Angst. Ihre Macht stützt sich auf die gezielte Erniedrigung und Demütigung der Bevölkerung. Vergewaltigung wird dabei systematisch als Kriegswaffe eingesetzt.

Workshop: Dieser Film ist für die Diskussion um sexuelle Gewalt gut geeignet. Er schafft bei den Jugendlichen eine neue Sicht auf Missbrauch und Vergewaltigung, auf Krieg und Herrschaftsdenken. Die Jugendlichen bekommen Gelegenheit, die betroffenen Frauen im Krankenhaus zu unterstützen.

Barrio Pablo Escobar

pablo-barrio-escobar.jpg Stichworte: Kolumbien, Drogen, Eigeninitiative
von Jan Gabriel, Deutschland 2005, 62 min.,  BETA-SP, DVD, Ausgezeichnet mit dem Eine-Welt-Filmpreis NRW 2005
    
Vor 20 Jahren baute der Chef des Medellíner Kokainkartells Pablo Escobar für die Bewohner einer staatlichen Müllkippe ein Stadtviertel. Bis heute – 10 Jahre nach dem Tod Escobars – hat der kolumbianische Staat das Viertel seines Erzfeindes nicht anerkannt und die 12.000 Bewohner leben in der Illegalität. Das Barrio Pablo Escobar ist auf keinem Stadtplan zu finden.

Workshop: Der Film fasziniert die Schülerinnen und Schüler, weil sich hier Menschen aus der Illegalität herauskämpfen wollen und sich gegenseitig unterstützen. Die Themen Drogen und Gewalt werden neu definiert.

Eisenfresser

eisenfresser.jpgStichwort: Bangladesch, Ausbeutung

von Shaheen Dill-Riaz, 35 mm, Beta SP, DVD, Deutschland, Bangladesh 2007, 85 min., Ausgezeichnet mit dem Eine-Welt-Filmpreis NRW 2007

Mit ungewöhnlicher Intensität macht der Film auf die Arbeitsbedingungen von Saisonarbeitern auf den Schiffsab-wrackwerften im Süden Bangladeshs aufmerksam. Er ist geradezu ein Lehrstück über Ausbeutung, die keinerlei Rücksicht auf Leben und körperliche Unversehrtheit der Arbeiter nimmt. Die schwierigen Lebensverhältnisse im Norden des Landes zwingt die Menschen dazu, die unmenschliche und gefährliche Arbeit auf den Werften auf sich zu nehmen. Sie zerlegen den Schrott der westlichen Welt. Der zurückhaltende Kommentar des Regisseurs am Anfang des Films eröffnet einen sehr persönlichen Zugang, der sich auch in der Nähe zu den Arbeitern, die er mit einer ungewöhnlich dichten Kamera begleitet, ausdrückt. Der Filmemacher behält diese Perspektive und den damit ge-wählten Stil seines Filmes konsequent bei. Die Bildgestal-tung und Montage sind hervorragend und tragen über die gesamte Länge des Films zu einem intensiven Miterleben bei.

Als Aktion zu diesem Film bietet sich die Aktion NIE MEHR EISEN FRESSEN von Netz e.V. an. Dort finden Sie auch Material zum Film für den Unterricht.

HIBOS LIED

hibos-lied.jpgStichwort: Mädchenbeschneidung

von Sigrid Dethloff und Renate Bernhard, Deutschland 2007, DVD, 55 min., CouRage GbR – Renate Bernhard und Sigrid Dethloff, Tel.: 0221-4303647; mobil: 0179-4611687. sigriddethloff@gmx.de

Ein Film über Macht und Tradition, gedreht in Deutschland und in Afrika. Eine Dokumentation über die seelischen und körperlichen Nöte, mit denen viele betroffene Frauen nach der Mädchenbeschneidung leben müssen. Eine Ausstellung mit Bildern nigerianischer Künstlerinnen und Künstler, die gegen die Praxis anmalen. All dies eingebettet in ein Lied der somalischen Sängerin Hibo, die nicht mehr für ihre Tochter tun konnte, als ein Lied für sie zu schreiben - für sie und für die 150 Millionen Opfer der weiblichen Genitalbeschneidung weltweit.

Workshop mit Autorin

Das Thema Mädchenbeschneidung berührt die Jugendlichen besonders. Im Workshop steht besonders die Unverletzbarkeit des Körpers im Mittelpunkt. Die Jugendlichen diskutieren über das Ritual und seine Folgen, was getan werden kann - aber auch darüber, wie Schönheitsoperationen zu bewerten sind.

|