Archiv der Kategorie Kindersoldaten

BLUTDIAMANTEN - Ehemalige Kindersoldaten heute

Dokumentarfilm von Sigrid Dethloff und Mathis Menneking, Deutschland 2010, 27 Minuten.

Fünf Jahre lang, ab seinem 11. Lebensjahr, hat Hassan in Rebellengruppen als Kindersoldat gedient. Der Junge musste Diamantenminen bewachen, den Rohstoff, um den sich in Sierra Leone alles dreht. Mit Diamanten wurde der westafrikanische Bürgerkrieg finanziert, der 1991 vom Nachbarstaat Liberia auf Sierra Leone übersprang und bis 2001 in dem Land wütete. Hassan haben die Steine nicht nur die Kindheit geraubt. Heute plappert seine kleine vierjährige Tochter im Wohnzimmer neckisch in die Kamera, er ist mit einer deutschen Frau verheiratet, verdient mit Leiharbeiten stolz seinen eigenen Lebensunterhalt. Der Film porträtiert einen sensiblen jungen Mann, der voller Hoffnungen ist und endlich leben will. Oft blitzt sein Lebensoptimismus durch und feinsinnig kann er über politische Zusammenhänge nachdenken. Auch mit dieser DVD erhalten Sie zusätzliche Hintergrundinformationen und eine Unterrichtseinheit. Bestellen und weitere Informationen: CouRage Filmproduktion, sigriddethloff@gmx.de

Ich habe getötet

von Alice Schmid, Dokumentarfilm, 26 min., geeignet ab 14 Jahren, (Kurzfilm), Liberia, Schweiz, 1999

Auszeichnungen: Eine-Welt-Filmpreis NRW, Fernsehmesse in Biaritz 1999 in der Sparte Grands reportages et Faits de société, Hauptpreis FIPA d’Or; Deutscher Menschenrechtsfilmpreis 2000, Nürnberg; 2. Preis

 

In Monrovia, der Hauptstadt des vom Krieg verwüsteten westafrikanischen Liberia, strahlt das ‘Talking Drum Studio‘ ein tägliches Radio-Hörspiel aus. Der Moderator kündigt ein Programm über ehemalige Kindersoldaten an: um zu überleben, müssen viele von ihnen betteln, stehlen oder sich prostituieren. Fünf der ehemaligen Kindersoldaten, sie sind heute zwischen 20 und 25 Jahre alt, kommen ausführlich zu Wort: Stockend und immer wieder durch langes Schweigen unterbrochen, berichten Melvin, Maud, Josefine, Glasgow und Roberta von den Ereignissen, die ihr Leben für immer verdüstert haben. Als Kinder von den marodierenden Kriegsbanden zwangsrekrutiert, waren sie schon Opfer kriegerischer Gewalt, ehe sie selbst gezwungen wurden, zu kämpfen und zu töten. Der Krieg hat ihr Leben zerstört. Sie leiden unter Schlafstörungen, Angstzuständen und Depressionen. Deutlicher als alle Worte lassen die ins Leere gerichteten, starren Blicke und die gebrochene Körperhaltung das innere Elend erahnen. Nun fühlen sie sich um ihre Jugend, um ihre Gesundheit und um ihre Zukunft betrogen. Trotzdem geben sie auch ihren vagen Hoffnungen auf ein besseres Leben Ausdruck. Sie möchten in die Gesellschaft integriert werden und etwas sinnvolles lernen.

 

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