Archiv der Kategorie Filme

KoranKinder

Dokumentationsfilm von Shaheen Dill-Riaz,  88 min, Deutschland, 2009

b529×3301.jpg

Der Alltag der Kinder in Koranschulen unterscheidet sich deutlich von dem anderer Kinder. Bis zu zwölf Stunden lernen sie Texte in einer fremden Sprache auswendig, insgesamt 6.000 Koranverse müssen sie auswendig aufsagen können, um “Hafiz” zu werden. Erst dann hat sich die Mühe der oft sehr jungen Schüler gelohnt, denn sie haben sich damit einen Beruf und einen Platz im Paradies gesichert - für sich selbst und die gesamte Familie! Dies bewegt auch heute noch viele Eltern dazu, die sogenannten “Madrasas” einer normalen Schulbildung für ihre Kinder vorzuziehen. ehr

WÜSTENBLUME - Schulvorführung am 8.10.2009

Im UFA-Palast Düsseldorf nahmen 4 Klassen an einer Schulvorführung des Filmes WÜSTENBLUME teil.  Im Anschluss an den Film war es still im Raum. Niemand stand auf. Gespräch und Diskussion stand nun auf dem Plan. Jawahir Cumar vom Verein stop mutilation, unterhält die einzige Beratungsstelle zu Mädchenbeschneidung in Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam mit Günter Haverkamp von Aktion Weißes Friedensband beantwortete sie Fragen. Die Schülerinnen waren sehr interessiert und zeigten trotz des langen Schultages und der zweistündigen Filmvorführung großes Interesse. Gesprochen wurde über Tradition, Sexualität, Zahlen und Fakten und natürlich, was wir tun können. Dafür reichte dann nicht die Zeit und wir werden alle vier Schulklassen nach den Herbstferien besuchen, um eine Aktion zu entwickeln.

DIE HALBE ERNTE – Standort Bangladesch

Myriam Thyes, 1993. Dokumentarfilm, Hi8 / Betacam SP (digitalisiert 2009), 67:00, Farbe, mono. Sprache: Deutsch.

Regie, Drehbuch, Kamera: Myriam Thyes. Reise, Recherchen, Interviews, Kommentartext: Günter Haverkamp + Myriam Thyes Schnitt + Ton: Thomas Wiederhold

.

Dieser Dokumentarfilm zeigt das vielfältige Arbeitsleben, industrielle und handwerkliche Berufe, sowie politisches Engagement in Bangladesh – in der Stadt und auf dem Land. 1992-1993 reisten Haverkamp and Thyes drei Monate lang durch Bangladesh, geleitet von bengalischen Freunden. Sie erhielten Einblick in Fabriken, Familien, Parteien usw., und interviewten Menschen in verschiedenen Berufen, Politiker/innen, Bauern/Bäuerinnen, Lehrer/innen, Journalisten und Künstler/innen in Dhaka, Barisal, Chittagong, Faridpur, Shibchar, und an anderen Orten im Land. Wirtschaftliche Themen und Umweltprobleme werden ebenso gezeigt und diskutiert wie Industrie und Landleben, Familienstrukturen und Bräuche, politisches Leben und Presse/Medien, die Situation der Frauen, Bildung und Künste, Entwicklungshilfe und die berühmte Grameenbank.

Die glücklichsten Menschen der Welt

3-russel_hassan.jpg 

von Shaheen Dill-Riaz, Birgit Zibell Regie/Kamera: Shaheen Dill-Riaz Ton: Md. Abdus Satter, Ripon Nath Musik: Ralf Wienrich, Kabir Suman Schnitt: Andreas Zitzmann, DVD, Deutschland 2004, 30 min.

Wer hat nicht schon von den Umfragen gehört, die sich auf die Suche nach den glücklichsten Menschen der Welt machen? Die London School of Economics hat sie vor einiger Zeit einmal ausgerechnet in Bangladesch gefunden – in einem Land, das wir vor allem mit ständig wiederkehrenden Naturkatastrophen und politischen Unruhen verbinden und das außerdem zu den ärmsten der Welt zählt. Wo soll dort das Glück zu finden sein? Der bengalische Nachwuchsregisseur Shaheen Dill-Riaz kehrt nach 10 Jahren in Deutschland zurück in seine Heimatstadt Dhaka - in die Hauptstadt des vermeintlichen Paradieses. Dort begleitet er drei seiner Freunde auf ihren Wegen durch den chaotischen Moloch und kreist deren Chancen und Möglichkeiten ein. Alle drei versuchen, im Leben Fuß zu fassen - jeder auf die Weise, die ihm als hoffnungsvoll erscheint: Hassan sucht einen Job in der bengalischen Filmindustrie, Russel fährt Rikscha und träumt davon, ein berühmter Schauspieler zu werden, während Kutti endlich eine Anstellung in der Textilindustrie gefunden hat. In seinem Film beschreibt Shaheen Dill-Riaz ihre unterschiedlichen Strategien, das Leben in der Millionenmetropole Dhaka zu meistern oder dort wenigstens irgendwie klarzukommen. Er überrascht mit Bildern aus dem Alltagsleben einer Megacity und zeigt, dass das Glück auch dann eng mit Lebensträumen verbunden ist, wenn diese sich - nicht zuletzt aufgrund fehlender Bildungschancen - vielleicht niemals erfüllen werden.

Memory Book - damit du mich nie vergisst

memoryb_dennis-mit-buch1.jpg

von Christa Graf, Deutschland, Schweiz 2008, 90 min., DVD. Ausgezeichnet mit dem Eine-Welt-Filmpreis NRW 2009. Bestelladresse: EZEF, Kniebisstr. 29, 70188 Stuttgart, Tel. 0711-2847243, Fax 0711-2846936,  info@ezef.de

Ein unkonventionelles Projekt in Uganda regt aidskranke Mütter dazu an, zusammen mit ihren Kindern Erinnerungsbücher zu schreiben, „Memory Books“. Offen und ehrlich, gleichzeitig aber auch sehr sensibel werden die Kindern darauf vorbereitet, dass sie bald auf sich allein gestellt sein werden. Die Mütter wiederum setzen sich mit Tod und Sterben auseinander, aber auch mit dem was bleibt, wenn sie nicht mehr bei ihren Kindern sein werden. Respektvoll nähert sich die Filmemacherin ihren Protagonistinnen an und gibt ihnen Raum für ihre Gedanken und Gefühle. Gleichzeitig zeigt der Film, wie Mütter und Kinder im Prozess des Erinnerns und Schreibens unerwartete Stärke und Trost finden.

Deweneti – irgendwo in Afrika

deweneti.jpg

von Dyana Gaye, Buch/Regie: Dyana Gaye, Kamera: Rémi Mazeat, Ton: Alioune M’Bow, Musik: Baptiste Bouquin, Schnitt: Gwen Mallauran, Fernsehanstalt/Produktion: IKA 964/Andolfi Productions, Senegal 2006, 15 min., DVD  Der Junge Ousmane lebt in Dakar, der Hauptstadt Senegals, und verdient seinen Lebensunterhalt indem er verspricht, für die Erfüllung von Wünschen zu beten. Als er in einem Geschäft eine Schneekugel mit dem Weihnachtsmann entdeckt, beschließt er, ihm einen Brief zu schreiben, um den Wünschen seiner Kundschaft Nachdruck zu verleihen. Aber auch er selbst hat bereits einen Wunsch an den Weihnachtsmann abgeschickt … Der Kurzspielfilm der senegalesischen Filmemacherin Dyana Gaye erzählt humorvoll eine märchenhafte Geschichte, in der alle Themen afrikanischer Gegenwart zur Sprache kommen.Ausgezeichnet mit dem Eine-Welt-Filmpreis NRW 2009Kontakt: Fachstelle „Filme für eine Welt“, Monbijoustrasse 31, CH-3001 Bern, Tel. +41-31 398 20 88 Fax +41-31 398 20 87, mail@filmeeinewelt.ch 

Alles Gold der Welt - End of the Rainbow - Tour l’or du Monde

end-of-the-rainbow_7.jpg

von Robert Nugent, Buch: Rachel Sanderson, Regie: Robert Nugent, Kamera: Laurent Chevallier, Ton: Erik Menard, Schnitt: Andrea Lang, Fernsehanstalt/Produktion: Trans Europe Film, Frankreich, Australien 2007, 52 min., DVD

In einer abgelegenen Region von Guinea trifft eine große Aufbereitungsanlage für eine Goldmine ein. Zwar werden dadurch Arbeitsplätze geschaffen, die Goldsucher aus den umliegenden Dörfern jedoch vertrieben und von ihrer traditionellen Einkommensquelle abgeschnitten. Mit beeindruckenden Bildern zeigt der Film die Rücksichtslosigkeit globaler Beziehungen, in denen Menschen und Umwelt nur Zubehör in einer gigantisch inszenierten Zerstörung sind. Ein Griot begleitet die Ereignisse und gibt den Betroffenen eine Stimme. Während das Gold in bewachten Flugzeugen für immer verschwindet, bleibt das Land ausgebeutet und ausgenommen zurück.

Ausgezeichnet mit dem Eine-Welt-Filmpreis NRW 2009

 Kontakt: Fachstelle „Filme für eine Welt“, Monbijoustrasse 31, CH-3001 Bern,
 Tel. +41-31 398 20 88 Fax +41-31 398 20 87, mail@filmeeinewelt.ch 

Im Schatten des Bösen - Der Krieg gegen die Frauen im Kongo

im-schatten.jpg Stichworte: Kongo, Vergewaltigungen

von Susanne Babila, DVD, BETA-SP, DigiBETA, Deutschland 2008, 58 min.  Ausgezeichnet mit dem 5. Marler Fernsehpreis.  

Im Mittelpunkt der Dokumentation steht das Schicksal von vier Frauen, die im Krankenhaus Panzi medizinische und psychologische Hilfe erhalten. Ndamosu Mrquote Buefuh ist 70 Jahre alt. Sie wurde mehrmals vergewaltigt, Milizen haben ihren Ehemann und ihre fünf Kinder ermordet. Die 30jährige Ntakobajira Mrquote Bisimwa wurde als Sexsklavin in einem Rebellenlager gefangen gehalten. Die achtzehnjähirge Noella Mrquote Mburugu musste diese erniedrigende Tortur drei Jahre lang aushalten. Sie gebar dort einen Sohn und nannte ihn “Amani”, was soviel bedeutet wie “Frieden”. Ihre Peiniger entrissen ihr das Kind und jagten sie fort, denn sie wurde krank, konnte nicht mehr arbeiten.
Die Täter der Vergewaltigungen in Süd-Kivu sind vor allem Hutu-Milizen, die 1994 nach dem Völkermord in Ruanda im Nachbarland Kongo Zuflucht suchten. Sie sind gut bewaffnet und beuten die Rohstoffe aus, die das Land bietet. Die Provinz ist reich an Gold, an dem Zinnerz Kasserit und an Coltan, das für die Herstellung von Laptops und Handys verwendet. Die Verbrecher verbreiten Terror und Angst. Ihre Macht stützt sich auf die gezielte Erniedrigung und Demütigung der Bevölkerung. Vergewaltigung wird dabei systematisch als Kriegswaffe eingesetzt.

Workshop: Dieser Film ist für die Diskussion um sexuelle Gewalt gut geeignet. Er schafft bei den Jugendlichen eine neue Sicht auf Missbrauch und Vergewaltigung, auf Krieg und Herrschaftsdenken. Die Jugendlichen bekommen Gelegenheit, die betroffenen Frauen im Krankenhaus zu unterstützen.

Nima

nima.jpg Stichworte: Flüchtlingskinder, Mädchenbeschneidung

Ein Film von Annelies Kruk, Holland 2004, 17 min.

Buch/Regie: Annelies Kruk Fernsehanstalt/Produktion: NCRV Dokument Junior Verfügbare Formate: DVD

Die 13-jährige Nima aus Somalia, die mit ihrer Mutter in einem Flüchtlingszentrum in Holland lebt, verbindet in ihren Erzählungen den existentiellen Ernst ihrer Situation als Flüchtling mit der Leichtigkeit kindlicher Lebensfreude. Im Dialog mit den Menschen aus ihrem Umfeld und ihren Freundinnen wird die täglich angesichts drohender Abschiebung von ihr vollzogene Gratwanderung zwischen Angst und Sorge auf der einen und sprühendem Optimismus auf der anderen Seite deutlich. Selten wurde das Thema der Mädchenbeschneidung mit einer solchen Intensität von einem der Opfer geschildert. Migration, Flucht und Asyl, so zeigt der Film auch, sind Themen der Einen Welt, die uns in Europa betreffen, und die kein Mitleid sondern Solidarität erfordern. Das Besondere an diesem Film ist, dass er die geflüchteten Menschen, die von Abschiebung bedroht sind, nicht als Opfer zeigt, sondern in ihrer Stärke und Lebendigkeit und damit verdeutlicht, dass die Aufnahme der zu uns kommenden Menschen eine Bereicherung sein kann. Der dichte 17-minütige Film arbeitet mit sparsamen Mitteln und einer zurückhaltenden Kamera und zeigt, welches Potential die kurze Form beinhaltet. Der Film bietet viele Ansatzpunkte für die Bildungsarbeit und kann alle Altergruppen ansprechen.

Ausgezeichnet mit dem Eine-Welt-Filmpreis NRW 2007

Kontakt:
EZEF, Kniebisstr. 29, 70188 Stuttgart, Tel. 0711-2847243, Fax 0711-2846936,  info@ezef.de

Roaming Around

roamingaround.jpg Stichworte: Ghana, Straßenkinder

von Brigitte Bertele. Buch/Regie: Brigitte Bertele, Kamera: Eva Maschke, Ton: Brigitte Bertele, Musik: Martina Eisenreich, Schnitt: Dominique Geisler, Fernsehanstalt/Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg, BETA-SP, DVD, Deutschland 2007, 53 min.  

Der Regisseurin Brigitte Bertele und ihrer Kamerafrau Eva Maschke ist ein beeindruckender Debüt-Film über Straßenkinder im „Sodom und Gomorrha“ genannten Slum der ghanaischen Millionenmetropole Accra gelungen. Den Kindern, denen die Regisseurin mit Respekt begegnet, wird die Möglichkeit gegeben, ihre Lebenserfahrungen auszudrücken und ihre Erwartungen und Wünsche zu formulieren. Die Reflexionen der Schriftstellerin Amma Darko pointieren die Erzählungen der Protagonisten. Die sehr gute Bildgestaltung schafft eine dichte Atmosphäre, das Sounddesign ist experimentell und funktioniert als Gestaltungselement. Unkonventionelle Bildgestaltung, Schnitt und Sounddesign machen den Film besonders für ein junges Publikum attraktiv. Ein mutiger Film über Entwurzelung und Sehnsucht, der eine ganz eigene Handschrift trägt.

Ausgezeichnet mit dem Eine-Welt-Filmpreis NRW 2007

Kontakt:
Filmakademie Baden-Württemberg, Mathildenstr. 20, Tel. 07141-969330, e-mail: festivals@filmakademie.de