Sie befinden sich aktuell in den Archiven des Blogs Film in Aktion für Januar, 2009.
von team.
Stichworte: Flüchtlingskinder, Mädchenbeschneidung
Ein Film von Annelies Kruk, Holland 2004, 17 min.
Buch/Regie: Annelies Kruk Fernsehanstalt/Produktion: NCRV Dokument Junior Verfügbare Formate: DVD
Die 13-jährige Nima aus Somalia, die mit ihrer Mutter in einem Flüchtlingszentrum in Holland lebt, verbindet in ihren Erzählungen den existentiellen Ernst ihrer Situation als Flüchtling mit der Leichtigkeit kindlicher Lebensfreude. Im Dialog mit den Menschen aus ihrem Umfeld und ihren Freundinnen wird die täglich angesichts drohender Abschiebung von ihr vollzogene Gratwanderung zwischen Angst und Sorge auf der einen und sprühendem Optimismus auf der anderen Seite deutlich. Selten wurde das Thema der Mädchenbeschneidung mit einer solchen Intensität von einem der Opfer geschildert. Migration, Flucht und Asyl, so zeigt der Film auch, sind Themen der Einen Welt, die uns in Europa betreffen, und die kein Mitleid sondern Solidarität erfordern. Das Besondere an diesem Film ist, dass er die geflüchteten Menschen, die von Abschiebung bedroht sind, nicht als Opfer zeigt, sondern in ihrer Stärke und Lebendigkeit und damit verdeutlicht, dass die Aufnahme der zu uns kommenden Menschen eine Bereicherung sein kann. Der dichte 17-minütige Film arbeitet mit sparsamen Mitteln und einer zurückhaltenden Kamera und zeigt, welches Potential die kurze Form beinhaltet. Der Film bietet viele Ansatzpunkte für die Bildungsarbeit und kann alle Altergruppen ansprechen.
Ausgezeichnet mit dem Eine-Welt-Filmpreis NRW 2007
Kontakt:
EZEF, Kniebisstr. 29, 70188 Stuttgart, Tel. 0711-2847243, Fax 0711-2846936, info@ezef.de
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von team.
Stichworte: Ghana, Straßenkinder
von Brigitte Bertele. Buch/Regie: Brigitte Bertele, Kamera: Eva Maschke, Ton: Brigitte Bertele, Musik: Martina Eisenreich, Schnitt: Dominique Geisler, Fernsehanstalt/Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg, BETA-SP, DVD, Deutschland 2007, 53 min.
Der Regisseurin Brigitte Bertele und ihrer Kamerafrau Eva Maschke ist ein beeindruckender Debüt-Film über Straßenkinder im „Sodom und Gomorrha“ genannten Slum der ghanaischen Millionenmetropole Accra gelungen. Den Kindern, denen die Regisseurin mit Respekt begegnet, wird die Möglichkeit gegeben, ihre Lebenserfahrungen auszudrücken und ihre Erwartungen und Wünsche zu formulieren. Die Reflexionen der Schriftstellerin Amma Darko pointieren die Erzählungen der Protagonisten. Die sehr gute Bildgestaltung schafft eine dichte Atmosphäre, das Sounddesign ist experimentell und funktioniert als Gestaltungselement. Unkonventionelle Bildgestaltung, Schnitt und Sounddesign machen den Film besonders für ein junges Publikum attraktiv. Ein mutiger Film über Entwurzelung und Sehnsucht, der eine ganz eigene Handschrift trägt.
Ausgezeichnet mit dem Eine-Welt-Filmpreis NRW 2007
Kontakt:
Filmakademie Baden-Württemberg, Mathildenstr. 20, Tel. 07141-969330, e-mail: festivals@filmakademie.de
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von team.
Stichworte: Irak-Krieg, Migration
von Heidi Specogna, Buch: Heidi Specogna, Erika Harzer, Regie: Heidi Specogna, Kamera: Rainer Hoffmann, Ton: Paul Oberle, Musik: Hans Koch, Schnitt: Ursula Höf, Fernsehanstalt/Produktion: TAG/TRAUM Filmproduktion, ZDF Arte, Red. Anne Even, BETA-SP, VHS, DVD, Deutschland, Schweiz 2006, 90 min.
Der Film ist das Ergebnis einer beeindruckenden Recherche und erzählt ausgehend von nur zwei Fotos die Lebensgeschichte des Jose Antonio Gutierrez. Das erste dieser Fotos zeigt das guatemaltekische Straßenkind, das zweite den US-Soldaten, der als “Green-Card-Soldier” für ein fremdes Land kämpft, um das Recht auf eine Aufenthaltsgenehmigung und einen Studienplatz zu bekommen. Das dichte Portrait, in dem Freunde und Wegbegleiter José Antonios zu Wort kommen, verbindet so die Geschichte des Bürgerkriegs in Guatemala, der ihn zum Straßenkind werden lässt, mit der des Irak-Krieges, dessen erstes Opfer auf US-amerikanischer Seite er wird. Der Film gibt dem Jungen, der nie Amerikaner werden wollte und nun nach seinem frühen Tod auf dem Schlachtfeld als US-amerikanischer Held gefeiert wird, seine Identität zurück und steht dadurch gleichzeitig stellvertretend für alle, die sich auf der Suche nach einer Lebensperspektive auf den mörderischen Weg von Mittelamerika in die USA aufmachen. Die formale Lösung, Wegstrecken des Jungen durch Fotos zu erzählen und Entsprechungen im Leben von Straßenkindern heute zu suchen, beeindruckt. Der sensible und respektvolle Kommentar trägt zu einem facettenreichen Verständnis von Migration bei, für die José Antonio beispielhaft steht und die uns immer stärker beschäftigen sollte.
Ausgezeichnet mit dem Eine-Welt-Filmpreis NRW 2007
Kontakt:
TAG/TRAUM Filmproduktion, Weyerstr. 88, 50676 Köln, Tel. 0221-65025900, Fax 0221-233894, e-mail: info@tagtraum.de
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von team.
Stichworte: Kolumbien, Drogen, Eigeninitiative
von Jan Gabriel, Deutschland 2005, 62 min., BETA-SP, DVD, Ausgezeichnet mit dem Eine-Welt-Filmpreis NRW 2005
Vor 20 Jahren baute der Chef des Medellíner Kokainkartells Pablo Escobar für die Bewohner einer staatlichen Müllkippe ein Stadtviertel. Bis heute – 10 Jahre nach dem Tod Escobars – hat der kolumbianische Staat das Viertel seines Erzfeindes nicht anerkannt und die 12.000 Bewohner leben in der Illegalität. Das Barrio Pablo Escobar ist auf keinem Stadtplan zu finden.
Workshop: Der Film fasziniert die Schülerinnen und Schüler, weil sich hier Menschen aus der Illegalität herauskämpfen wollen und sich gegenseitig unterstützen. Die Themen Drogen und Gewalt werden neu definiert.
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von team.
Stichwort: Bangladesch, Ausbeutung
von Shaheen Dill-Riaz, 35 mm, Beta SP, DVD, Deutschland, Bangladesh 2007, 85 min., Ausgezeichnet mit dem Eine-Welt-Filmpreis NRW 2007
Mit ungewöhnlicher Intensität macht der Film auf die Arbeitsbedingungen von Saisonarbeitern auf den Schiffsab-wrackwerften im Süden Bangladeshs aufmerksam. Er ist geradezu ein Lehrstück über Ausbeutung, die keinerlei Rücksicht auf Leben und körperliche Unversehrtheit der Arbeiter nimmt. Die schwierigen Lebensverhältnisse im Norden des Landes zwingt die Menschen dazu, die unmenschliche und gefährliche Arbeit auf den Werften auf sich zu nehmen. Sie zerlegen den Schrott der westlichen Welt. Der zurückhaltende Kommentar des Regisseurs am Anfang des Films eröffnet einen sehr persönlichen Zugang, der sich auch in der Nähe zu den Arbeitern, die er mit einer ungewöhnlich dichten Kamera begleitet, ausdrückt. Der Filmemacher behält diese Perspektive und den damit ge-wählten Stil seines Filmes konsequent bei. Die Bildgestal-tung und Montage sind hervorragend und tragen über die gesamte Länge des Films zu einem intensiven Miterleben bei.
Als Aktion zu diesem Film bietet sich die Aktion NIE MEHR EISEN FRESSEN von Netz e.V. an. Dort finden Sie auch Material zum Film für den Unterricht.
von team.
Stichwort: Mädchenbeschneidung
von Sigrid Dethloff und Renate Bernhard, Deutschland 2007, DVD, 55 min., CouRage GbR – Renate Bernhard und Sigrid Dethloff, Tel.: 0221-4303647; mobil: 0179-4611687. sigriddethloff@gmx.de
Ein Film über Macht und Tradition, gedreht in Deutschland und in Afrika. Eine Dokumentation über die seelischen und körperlichen Nöte, mit denen viele betroffene Frauen nach der Mädchenbeschneidung leben müssen. Eine Ausstellung mit Bildern nigerianischer Künstlerinnen und Künstler, die gegen die Praxis anmalen. All dies eingebettet in ein Lied der somalischen Sängerin Hibo, die nicht mehr für ihre Tochter tun konnte, als ein Lied für sie zu schreiben - für sie und für die 150 Millionen Opfer der weiblichen Genitalbeschneidung weltweit.
Workshop mit Autorin
Das Thema Mädchenbeschneidung berührt die Jugendlichen besonders. Im Workshop steht besonders die Unverletzbarkeit des Körpers im Mittelpunkt. Die Jugendlichen diskutieren über das Ritual und seine Folgen, was getan werden kann - aber auch darüber, wie Schönheitsoperationen zu bewerten sind.
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